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29.11.2006 aufgerufen
Burgen, Festungen und Schlösser

Burgen existierten in der Pfalz schon weit vor Christi Geburt. Damals waren es noch keine bewohnbaren Wehrbauten aus Stein, so wie wir sie heute kennen, sondern relativ einfache Siedlungen, die durch Gräben und Holz-Erde Wälle befestigt waren. Diese befanden sich meist auf Anhöhen, um vor dem Gegner verborgen zu bleiben und ihm einen Angriff zu erschweren. Sowohl die Kelten (ca. 2000 v. Chr. – 500 n. Chr.), als auch die Römer (ca. 500 n. Chr. – 800 n. Chr.) bauten solche Befestigungen in der Pfalz, z.B.: der Ringwall auf dem Orensberg bei Dernbach. Als im 9. Jahrhundert die Normanen und die Ungarn aus dem Osten in das Reich eindrangen, baute man sogenannte „Fluchtburgen“, die in ihrer Bauweise den der Kelten und Römer ähnelten. Sie waren aber wesentlich größer, so dass viele Menschen mitsamt ihrem Vieh aus einer ganzen Region darin Schutz fanden. Die Fluchtburgen wurden in der Regel auf einem Berg in sogenannter „Spornlage“ gebaut. Das heißt, jede Seite um die Anlage herum, führte Steil bergab, außer der Zugangsseite. Diese wurde durch Gräben und Trockenmauern geschützt (siehe auch Burgen und Ruinen – Heidenschuh). Somit war sie einfach zu bauen und zu verteidigen. Im 11. Jahrhundert gab es in unserer Region die ersten Wohnburgen aus Stein. Sie bestanden aus einem Wohn/Verteidigungsturm, einer Ringmauer und einem Graben, wie z.B. Burg Schlössel bei Klingenmünster. Diese Turmburgen sollten nur dem Adelsmann, seiner Familie und den Bediensteten als Behausung und Schutzstätte dienen, sie war nicht geeignet größere Menschenmengen aufzunehmen. Mit den Jahren wurde der Burgbau immer weiterentwickelt und nur der König bestimmte wer, wann, und wo, eine neue Burganlage bauen durfte. Im Hochmittelalter (12. – 13. Jahrhundert) fand der Burgbau schließlich seinen Höhepunkt. Zu dieser Zeit baute man die Art von Burg wie wir sie heute kennen und von denen noch so viel übrig geblieben ist. Es war hierzulande die sogenannten Felsenburgen, welche auf oder um einen Sandsteinfelsen gebaut worden ist. Typisch für diese Bauart waren die Kammern, welche in den Fels gemeißelt wurden und an den Vorteil den die „Spornlage“ mit sich brachte wurde bei der Bauplanung auch gedacht und umgesetzt. Zu einer Burg gehörte die VORBURG oder UNTERBURG, dort standen die untergeordneten Gebäude wie z.B.: Stallungen, Viehtränke, Gesindehaus, Ringmauer, Zwinger (ein von Mauern umschlossener Raum zur Verstärkung der Burgverteidigung), Verteidigungstürme. Eine MITTELBURG gab es seltener und war zur Oberburg zu zählen. Zur OBERBURG gehörten Palas (herrschaftliche Wohngebäude), Bergfried (mächtiger Verteidigungsturm), Kapelle, Zisterne (Regenwasserauffangbecken), Burghof, Ringmauer, Wohngebäude, Verteidigungstürme, Waffenkammer oder Zeughaus, usw. ... Um eine solche Burg zu bauen benötigte man viel Geld, spezialisierte Handwerker und die Bevölkerung, welche im Einzugsbereich der Baustelle lebte. Die Bauzeit für eine einfache Steinburg dauerte ca. drei bis fünf Jahre. Danach wurde sie meist noch erweitert und umgebaut. Im Spätmittelalter (13. –15. Jahrhundert) bauten die Territorialfürsten schon selbstständig. Sie sicherten damit ihren Einflussbereich und Machtposition. Die Burgen wurden namensgebende Stammsitze der adligen Familien. Bevölkert wurde die Burg vom Burgherren und seiner Familie selbst, oder in deren Abwesenheit vom Burgvogt (zuständig für Güterverwaltung und Rechtssprechung). Außerdem vom Gesinde welches sich aus Stalljungen, Dienerschaft, Handwerker usw. ...zusammensetzte. Für die Sicherheit der Burg waren Söldner zuständig. Die Burgen verloren ihren Zweck mit dem Aufkommen von mauerbrechenden Feuerwaffen. Manche Burgen blieben als Residenz adeliger Familien erhalten. Viele Burgen wurden zu Ruinen in den Kriegen von 1525 (Bauernkrieg), 1618-1648 (Dreißigjähriger Krieg), 1688-1697 (Pfälzischer Erbfolgekrieg), 1701-1714 (Spanischer Erbfolgekrieg), 1792-1815 (Revolutionskriege).... Manche Burgen wurden einfach nur verlassen und sind mit der Zeit verfallen. Die meisten
Ruinen wurden von der umliegenden Bevölkerung als Steinbruch genutzt.
Wenn man sich mit dem Thema von Burgen/Ruinen befasst, fällt es schwer, Festungen und Schlösser, obwohl eine andere Epoche, die ebenso wie die mittelalterlichen Burgen zu den Verteidigungsanlagen, bzw. zu den Repräsentationsanlagen der regierenden Gesellschaft gehörten, auszuklammern. Deswegen habe ich sie in dieser Rubrik mitaufgenommen und den Namen von „Burgen und Ruinen“ in „Burgen, Festungen und Schlösser“ geändert.

Weitere Informationen unter den Internetseiten: www.burgen-rlp.de, www.burgenparadies.de, www.burgruinen.de, www.burgus.de, www.reginhard.de, www.lignemaginot.de und www.wasgauburgen.de (Links)


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