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29.11.2006 aufgerufen
Grenzsteine

Seit dem es Menschen gibt, die in Gruppen zusammenleben und deren Gebietsanspruch durch anwachsen der Gemeinschaft immer größer wird, gibt es auch Grenzen welche die einzelnen Territorien zueinander markieren sollen. Die ersten Grenzmarkierungen waren natürliche Begebenheiten wie etwa ein Hügel, ein Wasserlauf, ein alter Baum, ein Felsen, usw. ...
Dann folgten Grenzzeichen als Einkerbungen an Bäumen, wie Kreuze und Symbole. Später meißelte man Wappen, Figuren, Inschriften, usw. ...in Felsen und schließlich setzte man Grenzsteine in welche verschiedenste Grenzzeichen eingemeißelt waren.
Wahrscheinlich waren es die Römer, welche die ersten Grenzsteine hergestellt haben. Steinmetzarbeiten, wie Buchstaben und Zahlen sind noch heute auf ihren Steinen zu sehen. Später waren es meist der Adel und der Klerus die ihre Grenzen markierten. Sie ließen ihre Wappen, Kirchliche Zeichen (Kreuz, Petrusschlüssel und Krummstab) sowie Jahreszahlen auf den Grenzsteinen einmeißeln.
So alt wie das Markieren von Grenzen ist, so alt ist auch das „Verrücken“ der „Markierungen“. Sogenannte „Grenzzeugen“ sollten den korrekten Grenzverlauf im Zweifelsfall wieder herstellen können. "Grenzzeugen" konnten kleine gekennzeichnete Tontafeln, Figuren oder Scherben sein, welche man unter oder ganz in der Nähe von Grenzsteinen vergrub.
Sogenannte "Feldgeschworene", "Siebner", "Untergänger" oder "Märcher", welche von den Gemeinden gewählt wurden, wussten genau, wo sich diese Grenzzeugen befanden.
"Grenzzeugen" anderer Art waren die Jungen, welche den genauen Standort der Grenzsteine, entweder durch Gewalttat (auf die Steine hingestoßen, über die Steine gelegen und geschlagen, am Standort der Steine an Ohren, Haaren gezogen wurden), oder durch Belohnung (schenken von Äpfel, Nüssen oder Münzen am Grenzstein) verinnerlicht bekamen. Oftmals wurde eine Grenzbegehung mit den Jungen durchgeführt und ihnen dabei den genauen Standort der Grenzsteine "eingebleut". Anschließend gab es dann noch ein Fest.
Verflucht sei, wer seines Nächsten Grenze verrückt! Und alles Volk soll sagen: Amen. (5. Buch Mose 27; 17)
Das Grenzfreveln wurde schon früher schwer bestraft. Handabhacken oder eingraben bis zum Hals und den Kopf abpflügen (wilde Tiere wurde vor einen Pflug gespannt und in Richtung des Eingegrabenen losgelassen).
Heut gibts dafür bis zu 5 Jahre Gefängnis oder eine Geldstraffe.
Wir beschreiben hier die Art von Grenzsteine, die durch besondere Grenzzeichen auffallen. Wir finden diese Steine auf unseren Touren durch den Pfälzer Wald und beschreiben sie später auf unsere Website. Es sind besondere Steine von denen es nicht mehr viele gibt. Leider ist es nicht immer ganz einfach die Geschichte zu den einzelnen Steinen zu finden, deswegen sind die Texte nicht immer so ausführlich.
Weitere Informationen zu diesem Thema unter: www.alte-grenzsteine.de (Links)

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