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29.11.2006 aufgerufen

Hoher Kopf Stein


Vorschau
Objekt
Grenzsteine -
Kurzbeschreibung
Na wenn das nicht das bayrische Wappen ist.. und der Petrusschlüssel gegenüber.
Position
Lat: 49.06957828 / Long: 7.923904
Erbaut
1730
Ort
Schweigen
Lage
Hoher Kopf, Richtung Schweigen, 427m ü.NN.
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Hoher Kopf Stein
Wessen Grenze der Stein mit dem bayerischen Wappen und dem Petrusschlüssel markiert, ist nicht bekannt. Um das bayerische Wappen und die Jahreszahl 1730 einigermaßen in Zusammenhang zu bringen, müssen wir weit ausholen. Dies beginnt mit der Zeit vor dem dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Damals bestand das Gebiet der heutigen Pfalz aus mehreren Teilen. Dem Kurfürstentum Pfalz (Kurpfalz), das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, das Hochstift Speyer, sowie kleinere Territorien wie z.B. Leiningen und Sickingen und freie Reichsstädte wie Speyer und Landau. Während des dreißigjährigen Krieges, um 1620 wurde ein Großteil der heutigen Pfalz von bayerischen Truppen unter dem Kommando des Feldherrn Tilly eingenommen. Ob das Gebiet von 1620 über 1730 bis ca.1790 bayrisch blieb, ist uns nicht bekannt. Jedenfalls war die Kurpfalz vor der französischen Revolution (1789-1799) mit dem späteren Königreich Bayern vereint. Im Verlauf der Revolutionskriege wurde ab 1790 das gesamte Gebiet der heutigen Pfalz von französischen Truppen besetzt. Erst nach den napoleonischen Kriegen (1804-1812) kam die territorial neu umrissene Pfalz, als Rheinkreis zurück an Bayern. König Ludwig I. (*25.08.1786 - +29.02.1868) bestimmte eine Neueinteilung des pfälzischen Gebietes und aus dem Rheinkreis wurde Rheinpfalz. Über den ersten Weltkrieg (1914-1918), bis nach dem zweiten Weltkrieg (1939-1945), gehörte die Pfalz noch zu Bayern. Erst 1947 entstand das Bundesland Rheinland-Pfalz nach der Verordnung Nr. 57 der französischen Besatzungsmacht.
Es ist das kleine Staatswappen des Freistaats Bayern auf dem Grenzstein. Das Wappen trägt im Original 21 Rauten in weiß-blau. Ursprünglich sind die Farben weiß-blau auf die Wittelsbacher Herrscherfamilie zurückzuführen. Sie regierten Bayern und Kurpfalz vom 1180 bis 1918.
Das ein Schlüssel in ihm eingemeißelt wurde, könnte ein Hinweis auf einen christlichen Grenzstein sein. Geistliche Oberhäupter trugen in ihren Wappen einen Schlüssel in Anspielung auf den heiligen Petrus als Schutzpatron. Das in ca. 4 km entfernte Kloster Weißenburg, im französischen Elsass, war im Mittelalter reich an Ländereien. Möglicherweise ist dies ein Grenzstein des Klosters. Interessanterweise steht der Schlüssel des Bartes nach rechts. Die meisten anderen in der Gegend haben den Bartschlüssel links.
Übersichtskarte


Quellen (Titel,Autor,Verlag):
Geschichte der Pfalz,Karl Moersch,Pfälzische Verlagsanstalt.
"Text" aus dem Internet,Internetseite,Wikipedia.
Alte Grenzsteine,Günter Vollbrecht,Triga - Der Verlag.